Bobath-Therapie
Die Bobath-Therapie ist ein neurophysiologisch orientiertes Behandlungskonzept für Menschen mit Beeinträchtigungen des Nervensystems und daraus resultierenden Einschränkungen von Bewegung, Haltung und Alltagsaktivitäten. Das Konzept wird sowohl in der Behandlung von Säuglingen und Kindern als auch von Erwachsenen eingesetzt und individuell an den jeweiligen Entwicklungsstand, die vorhandenen Fähigkeiten und die persönlichen Therapieziele angepasst.
Bobath ist eine neurophysiologische Behandlung auf einer grundanalytischen empirischen Erfahrung. Das Konzept beruht auf zwei wichtigen Säulen: Bahnung/ Fazilitation und Hemmung. Die Bobath Therapie bedarf sehr genaue Kenntnisse der Bewegungsentwicklung und der Wechselwirkungen verschiedener Bewegungsgenerierender Instanzen. Die Kunst in der Bobath Therapie ist nicht die Hände am Patienten zu halten, sondern zu wissen wann und wie die Hände weg zu nehmen sind. Eine wichtige Idee der Bobath Therapie kann wie folgt formuliert werden : „Mach' es möglich, mach' es nötig, lass es geschehen."
So viel Unterstützung wie nötig – so wenig wie möglich
Ein wichtiger Gedanke der Bobath-Therapie besteht darin, dem Patienten nicht dauerhaft eine Bewegung abzunehmen. Therapeutische Unterstützung soll vielmehr genau dort erfolgen, wo sie notwendig ist, und anschließend schrittweise reduziert werden, sobald der Patient mehr Kontrolle übernehmen kann.
Die besondere therapeutische Herausforderung besteht deshalb nicht allein darin, die Hände richtig am Patienten einzusetzen. Ebenso wichtig ist es, zu erkennen, wann, wo und in welchem Umfang die Unterstützung wieder zurückgenommen werden kann, damit eine Bewegung zunehmend selbstständig entstehen kann.
Dabei wird die Therapie regelmäßig an die Entwicklung und die aktuellen Möglichkeiten des Patienten angepasst.